Nicolas Frank

Stationen einer Duftreise – Ägypten

Begibt man sich auf Spurensuche, wird man feststellen, dass das Parfum religiösen Ritualen entspringt. Indem man Kräuter oder auch Hölzer langsam abbrennen lies, entstanden wohlriechender Rauch. Nun denken einige von Euch vielleicht direkt an einen Besuch in einer Kathedrale und es umspielt bereits der Weihrauch wulstig Eure Nasen. Doch die Christen sind nicht die Ersten gewesen, die mit Räucherwerk ihre sakralen Räume einnebelten. Die ersten Nennungen über Duft begegnen uns im alten Ägypten.

Zu Zeiten der Pyramiden, wahrscheinlich schon früher, wurden zu Ehren der Gottheiten Harze, Blumen und alles verbrannt, was einen angenehmen Duft erzeugte. Diese Tradition verbreitete sich über die Handelswege auch bis zu den Römern. Natürlich waren die wertvollen Substanzen den Göttern vorbehalten, doch (natürlich!) gab es eine, die den Genuss daran schon früh für sich entdeckt hat – Kleopatra.

Um Kleopatra ranken sich viele Mythen. Eine Legende besagt, sie war wunderschön, vielleicht die schönste Frau, die die Erde jemals gesehen hat. Dann wieder wird spekuliert, dass es nicht ihr Äußeres war, das ihre Kontrahenten in die Knie zwang, sondern ihre unvergleichlichen Liebeskünste. Aber all das habt Ihr sicherlich schon mal gehört, bevor ich Euch nun davon erzählt habe. Sicherlich auch davon, dass sie ihren Körper in Gallonen von kostbarer Milch gebadet hat. Doch Milch allein hat sie nicht in die Top Ten der göttlichen Verführerinnen gebracht. Es waren auch die kostbaren Duftsalben, mit denen sie sich pflegte. Und das war die Geburtsstunde des Parfums als Kosmetikprodukt… nun ja… vielleicht nicht ausschließlich. Aber die Vorstellung, dass diese beeindruckende Frau ihren Teil zur Parfumkultur beitragen hat, ist doch eine sehr schöne.

Seit einiger Zeit versucht sich die Wissenschaft daran, den Duft der Kleopatra wieder aufleben zu lassen. Durch Mehrfachnennung in verschiedensten Überlieferungen geht man inzwischen davon aus, dass es sich um Afarsenom handelt. Es scheint, dass es israelischen Forschern tatsächlich gelungen ist, doch von einem Wiederaufleben kann keine Rede sein, denn das Ergebnis war anscheinende sehr enttäuschend. Ist der einst so sagenumwobene Duft für heutige Nasen einfach nicht mehr attraktiv, oder sollten sich die Forscher damit beruhigen, dass sie eben keine ausgebildeten Nasen haben und das Feld den Profis überlassen?

Vielleicht werden wir irgendwann mehr darüber erfahren. Ich bleibe neugierig und hoffe, Ihr bleibt es auch.

Bis zum nächsten Mal

Eure Tatjana